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Blutkrebs oder Leukämie

Blutzellen sind im Körper sehr wichtig, deshalb muss der Körper immer wieder neue Blutzellen herstellen.
Es gibt drei verschiedene Arten von gesunden und wichtigen Blutzellen, die alle im Inneren der Knochen - dem Knochenmark – gebildet werden:
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) transportieren den Sauerstoff. Sie sorgen dafür, dass der Sauerstoff aus der Luft, die wir einatmen, überall im Körper verteilt wird.
Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) schützen den Körper vor ansteckenden Krankheiten, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden.
Die Blutplättchen (Thrombozyten) verschließen Wunden. Sie sorgen so dafür, dass Verletzungen wieder heilen.

Der Bedarf an Blutzellen ist riesig: Jede Sekunde sterben über zwei Millionen Blutzellen ab, pro Tag sind das mehrere Milliarden. Entsprechend viele müssen dauernd neu gebildet werden. Dabei kann es passieren, dass Blutzellen „misslingen“ und deshalb nicht zu Spezialzellen heranreifen, die wichtige Aufgaben übernehmen. Wenn eine solche Blutzelle sich ganz oft vermehrt, heißt das Blutkrebs oder Leukämie.

Bei Blutkrebs (Leukämie) breiten sich die kranken Zellen im Blut immer mehr aus. Sie verdrängen die gesunden Zellen. Die abnehmende Zahl gesunder Blutzellen führt dazu, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen können. Deshalb leiden die Kranken dann unter Müdigkeit (Sauerstoffmangel), Fieber (keine Abwehr mehr) oder Blutungen (Thrombozyten fehlen) u.a.

Es gibt unterschiedliche Arten von Blutkrebs:
Kinder und Jugendliche haben akute, Erwachsene eher chronische Leukämien: Akute Leukämien fangen sehr schnell an, die Patienten werden sehr schnell krank. Chronische Leukämien beginnen eher langsam. Eine andere Unterscheidung beruht darauf, welche Art Blutzellen erkrankt sind. Erkranken Lymphozyten, spricht man von akuter lymphatischer Leukämie‎ (ALL). Dies ist die häufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter (-85 % der kindlichen Leukämien). Sind die Granulozyten (Leukozyten) erkrankt, spricht man von akuter myeloischer Leukämie (AML) - mit einem Anteil von 15 %.

Die ALL tritt am häufigsten in einem Alter von 4,5 Jahren auf. In Deutschland gibt es etwa 600 Neuerkrankungen pro Jahr. Es ist also eine sehr seltene Erkrankung.

Die Behandlung dauert zwei Jahre und ist nur in den ersten sechs Monaten mit mehrtägigen Krankenhausaufenthalten verbunden. Die meiste Zeit sind die Kinder eingeschränkt (kein Schulbesuch), aber zu Hause. Unter der danach folgenden Behandlung mit Tabletten ist der Alltag nahezu normal.

Zehn Jahre nach Diagnose leben neun von zehn Patient*innen krankheitsfrei.