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Hirntumoren

Das Gehirn besteht aus vielen verschiedenen Zellarten – und jede kann erkranken, sich ungebremst vermehren und so zu einem Geschwulst werden (Tumor ist das medizinische Wort dafür, das gut- und bösartige Krankheiten einschließt). Hirntumoren sind selten, etwa 430 neue Erkrankungen pro Jahr in Deutschland. Hirntumoren sind die zweithäufigste Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter.

Je nach Zellart und Sitz im Hirn gibt es viele verschiedene Sorten und Namen von Hirntumoren. Hirntumoren können bei Kindern und Jugendlichen grundsätzlich in allen Altersstufen auftreten, kommen aber am häufigsten vor dem zehnten Lebensjahr vor. Die Gefährlichkeit dieser Tumoren hängt vor allem von ihrer Lage und ihrer Größe ab („Platzproblem“). Bei Kindern treten sie eher im Kleinhirn auf, dort wo unsere Bewegungen gesteuert werden, bei Erwachsenen sind sie dagegen überwiegend im Großhirn angesiedelt.

Hirntumoren verursachen zahlreiche höchst unterschiedliche Beschwerden und Hinweiszeichen:

• Erbrechen ohne Zusammenhang mit Essen – das so genannte „Nüchtern-Erbrechen“
• Kopfschmerzen, vor allem morgens
• Sehstörung (wie Unschärfe, Schielen, Doppelbilder)
• auffallende Ungeschicklichkeit, z. B. veränderte Handschrift
• Gleichgewichtsstörung („wie betrunken“), Gangunsicherheit (hinfallen)

Da alle diese Warnzeichen auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, ist eine genaue Diagnose nur durch mehrere gründliche Untersuchungen möglich. Bestätigt sich der Verdacht, muss meistens eine Operation durchgeführt und der Tumor entfernt werden. Danach kann eine Bestrahlung notwendig sein oder manchmal auch noch eine Behandlung mit Medikamenten (Chemotherapie).

Bei einer Bestrahlung dringen Röntgenstrahlen – das sind starke Lichtstrahlen – in den Körper ein und zerstören Krebs- und Tumorzellen. Das gesunde Gewebe wird geschützt, bei einer Schädelbestrahlung zum Beispiel mit einer Maske. Die Bestrahlung tut nicht weh und dauert nur wenige Minuten bei jeder Sitzung, sie muss aber mehrere Wochen lang durchgeführt werden. Man kann in den Pausen nach Hause gehen.

Bei einer Chemotherapie bekommt man meist mehrere Medikamente direkt ins Blut. Das nennt man Infusion. Die Medikamente kommen auf dem Blutweg überall hin, wo Krebszellen sind und vernichten diese. Um die gesunden Zellen zu schonen, darf man immer nur eine kleine Menge Chemotherapie geben. Man muss Geduld und Ausdauer haben: Nur, wenn man es oft wiederholt, besiegt man alle Krebszellen. Das kann viele Monate dauern. Während der Pausen kann man zu Hause sein.

Je nach Größe, Zellart und Sitz des Hirntumors liegen die Heilungschancen im Kindesalter heute zwischen 30 und 70 Prozent.